Die Essanfall-Störung   arrow

Was ist eine Essanfall-Störung?

Menschen mit einer Essanfall-Störung erleben wiederholte Episoden von Essanfällen, in denen sie in einer kurzen Zeit eine sehr große Nahrungsmenge zu sich nehmen. Während der Essanfälle haben die Betroffenen das Gefühl, die Kontrolle darüber zu verlieren, was sie essen, wieviel sie essen oder wann sie aufhören zu essen.

Ein Essanfall kann ohne vorheriges Hungergefühl auftreten und durch belastende Gefühlszustände, wie Ärger, Einsamkeit oder eine innere Leere ausgelöst werde. Ein Essanfall endet oft erst dann, wenn ein unangenehmes Völlegefühl erreicht ist.

Auch wenn Essanfälle kurzfristig zu einer Verbesserung der Gefühlslage führen können, leiden Personen mit einer Essanfall Störung oft unter dem Gefühl des Kontrollverlusts, unter Scham- und Schuldgefühlen. Neben dem seelischen Leiden, können die Essanfälle langfristig zu Übergewicht führen, das mit gesundheitliche Risiken, wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Bluthochdruck verbunden sind.

Photo showing a tape measure with chocolate cake, strawberries and blueberries. The cake and fresh fruit have been pictured with a tape measure as a concept image for healthy eating, dieting, calorie counting and being overweight.

 

Wie lässt sich die Essanfall Störung behandeln?

Bei der Behandlung der Essanfall-Störung gilt die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) als Methode der Wahl. Ihre hohe Wirksamkeit wurde in einer Vielzahl von Studien nachgewiesen. In der KVT wird die Entstehung und Aufrechterhaltung der Gewichts- und Essproblematik im Rahmen von Gesprächen und Verhaltensübungen behandelt. Auch zusammenhängende Thematiken bezüglich Selbstwert und Emotionsregulation finden in der Therapie Raum.

Die KVT ist eine erfolgreiche Methode zur Behandlung der Essanfall Störung. Allerdings ist die Anzahl derjenigen, die die Therapie abbrechen und immer noch unter Essanfällen leiden hoch. Auch sprechen derzeit etwa ein Drittel der Behandelten nicht auf etablierte Verfahren an. Darüber hinaus weisen viele Patienten nach zunächst erfolgreicher Therapie langfristig wieder Essanfälle auf. Um den Behandlungserfolg zu verbessern ist es notwendig, die Mechanismen genauer zu untersuchen welche die Essanfall-Störung aufrechterhalten.